Bernd Hollerbach | Vereinslos

Würzburg nimmt HSV-Angebot an

01.02.2018 - 07:02 Uhr Gemeldet von: Gerd Binder | Autor: Max Hendriks

Die Anstellung von Bernd Hollerbach als neuer Cheftrainer des Hamburger SV hatte nach der Auswärtspartie in Leipzig ein kurzzeitiges Hickhack zwischen den Hanseaten und Ex-Klub FC Würzburger Kickers zur Folge.


Die Kickers mahnten öffentlich an, dass es auch nach dem ersten Spiel unter der Regie Hollerbachs noch keine offizielle Einigung zwischen den Vereinen gebe. Auch wenn der Coach bereits im Anschluss an die vergangene Saison beurlaubt worden war, hatte er offiziell noch bis 2019 einen Vertrag in Würzburg.

Nun stellt der Drittligist aber klar, dass man auf ein Entschädigungsangebot des Hamburger SV eingehen und die Sache ruhen lassen werde.

"Objektiv muss man leider festhalten, dass der Umfang des Angebots dem Wert und den Qualitäten von Bernd sowie der Wichtigkeit seiner Verpflichtung in der aktuellen HSV-Situation nicht annähernd gerecht wird. Wir nehmen es aber einzig und allein aufgrund der Freundschaft zu Bernd an", erläutert der Vorstandsvorsitzende Daniel Sauer.

Die Freigabesumme werde dabei auch nicht vom Verein behalten, sondern für karitative Zwecke gespendet – teils in der Region um Würzburg, teils im Hamburger Stadtteil St. Pauli.

"Wir halten es für absolut legitim, hier nochmals unseren Standpunkt und unsere Position in den letzten Tagen klar zum Ausdruck gebracht zu haben", hält zudem Kickers-Aufsichtsratsmitglied Sebastian Herkert fest.

Der HSV habe sich erst vier Tage nach offizieller Verkündung der Verpflichtung Hollerbachs – abgesehen von einem informellen Telefonat – schriftlich und offiziell bei den Kickers um eine rechtswirksame Klärung der Vertragssituation bemüht.


  • KOMMENTARE
  • 01.02.18

    "Objektiv muss man leider festhalten, dass der Umfang des Angebots dem Wert und den Qualitäten von Bernd sowie der Wichtigkeit seiner Verpflichtung in der aktuellen HSV-Situation nicht annähernd gerecht wird."

    Der redet ja so, als wäre Hollerbach in Würzburg noch im Amt gewesen. Wäre Hollerbach kein so guter Trainer für den HSV (also möglicherweise) würde ich an Bruchhagens Stelle die Verpflichtung rückgängig machen und dabei zuschauen, wie sehr Würzburg diese "Qualitäten" schätzt in dem sie für diese bezahlen, sie allerdings nicht mal mehr in Anspruch nehmen, da Hollerbach in Würzburg gar keiner Tätigkeit mehr nachgeht. Für mich gleicht das nun von Sauer eher einem "Zurückrudern", da man wohl selbst gemerkt hat, dass man hier für etwas Geld fordert, für das man eigentlich kein übermäßiges Geld fordert, sondern eher froh sein kann, einen größeren Gehaltsposten von der Gehaltsliste zu bekommen. War wohl lediglich der Versuch an ein wenig Kohle zu kommen und dabei versuchte man wohl ein wenig, den HSV medial unter Druck zu setzen.

    • 01.02.18

      Das scheint so zu sein.
      In meinen Augen aber vertretbar, da der HSV offiziell einen Angestellten der Würzburger Kickers ohne deren Kenntnis unter Vertrag genommen hat.

    • 01.02.18

      Ohne Kenntnis stimmt dabei ja auch nicht wirklich. Würzburg wurde ja informiert. Wie da die Gepflogenheiten bei beurlaubten Trainern sind, weiß ich nicht, ehrlich gesagt kann ich mir aber nicht vorstellen, dass man über Tage hinweg schriftlich verhandelt. Für mich machts eher den Eindruck, dass Würzburg eine Kuh melken wollte und nachdem man wohl nun merkte, dass das ein wenig unsinnig ist (gerade auch gegenüber einem verdienten Angestellten, der den Klub kurzzeitig in die zweite Liga führte), rudert man nun zurück und sagt, dass man dem "ungenügenden Angebot des HSVs" nur aus Freundschaft zu Hollerbach zustimmt. Aus Freundschaft zu Hollerbach hätte man dessen Vertragsunterschrift in Hamburg wohl nie an Bedingungen geknüpft, denn Hollerbach wird doch in Würzburg gar nicht mehr gebraucht. Ein Frankfurter Rechtsanwalt, Fachgebiet Fußball Arbeitsrecht, sagte hierzu: "Welcher Schaden soll entstanden sein? Im Grunde genommen kann Würzburg froh sein, dass die Gehaltszahlungen, auf die man sich vermutlich im Zuge der Freistellung geeinigt hat, nun enden. Ich sehe keine Handhabe gegen Bernd Hollerbach." und " Das ist doch der normale Gang der Dinge. Wenn nicht der HSV, sondern der FC "XY" unterhalb der 3. Liga der neue Arbeitgeber wäre, dann hätten wir eine andere Situation. Die erste Liga riecht halt immer irgendwie nach Geld."

    • 01.02.18

      Na denke man wird in Würzburg vom HSV kontaktiert worden sein und dann gesagt haben "ja ihr dürft verhandeln" und am Ende hat man versucht einfach mehr Geld zu fordern weil man auch ein Stück vom großen Kuchen wollte weil man eben in der 3. Liga sonst nicht mehr an Geld kommt.

      Hatte man wohl auf die Hamburger Cashcow gehofft und ist am Ende ins leere gelaufen und hat außer ein wenig Bildeitungsaufmerksamkeit nicht mehr bekommen als vorher.

    • 02.02.18

      Ich habe das Interview von dem Anwalt auch bei Sky Sports News gesehen. Da er im Gegensatz zu mir ein Jurist ist, muss ich ihm wohl glauben, dass er Recht mit dem hat, was er sagt ...

      Aber vom gesunden Menschenverstand und moralisch muss ich diese Aussage schon anzweifeln. Als Hollerbach von Würzburg freigestellt wurde, wurde sicher auch über eine Abfindung verhandelt. D.h. Hollerbach hätte eine Einmalzahlungen erhalten (die wohl geringer ausgefallen wäre als die Summe aller bis zum Vertragsende anfallenden Gehaltszahlungen), dafür wär der Vertrag aufgelöst worden und Hollerbach hätte problemlos jederzeit einen neuen Vertrag unterschreiben können. Offensichtlich hat er sich aber gegen eine Abfindung ausgesprochen und wollte seinen Vertrag für die volle Auszahlung der ihm zustehenden Gehälter „absitzen“. Wenn er sich dafür entscheidet, hat er aber einen gültigen Vertrag und kann nach meinem Verständnis eben nicht nach Gusto jederzeit einen weiteren Vertrag unterschreiben. Wenn es keine Unterschied machen würde, ob ich meinen Vertrag (gegen eine Abfindung) auflöse oder nicht, würde doch niemand mehr eine Abfindung annehmen, sondern seinen Vertrag zu vollen Bezügen aussitzen, bis ich eventuell etwas Besseres findet ...

    • 02.02.18

      Sorry, aber das ist eben das eigene Risiko, wenn man mit einem Cheftrainer langfristig verlängert und ihn dann kurze Zeit später rauswirft. Der HSV selbst weiß wohl am besten wie das ist. Der Jurist hat es eigentlich recht treffend erklärt, denn wenn Hollerbach einen neuen Vertrag in Hamburg unterschreibt, ist es eigentlich im Interesse aller (eben auch von Würzburg) den alten Vertrag aufzulösen ("der normale Vorgang" sagt der Jurist). Weshalb sich Würzburg hier quer stellt versteht irgendwie niemand, nicht mal der Jurist. Er vermutete, dass Würzburg hier Kohle aus der ersten Liga roch, was man wohl aber kurze Zeit später selbst gemerkt hat, dass das nicht wirklich sinnvoll ist.

      Verstehe ich ehrlich gesagt nicht, was du hier nun moralisch kritisierst (höchstens das Verhalten von Würzburg mit deren Versuch den HSV mehr oder weniger medial zu erpressen). Wenn ich mich beidseitig auf eine längere Zusammenarbeit einige (Betonung auf "beidseitig" eben auch vom Verein so gewünscht) und mich dann kurze Zeit dazu entscheide, die Stelle von ihren Aufgaben zu entbinden, dann ist es von der anderen Seite moralisch überhaupt nicht verwerflich, weiterhin die vereinbarten Vertragsinhalte (eben auch die Gehaltszahlungen) zu beanspruchen, über die im Regelfall aber auch nochmal neu verhandelt werden (wie der Jurist im Artikel auch andeuetete) und die beurlaubten Trainer sicher auch mit kleineren Abstichen entgegenkommen.

    • 02.02.18

      Naja, man könnte es auch so sehen: Würzburg und Hollerbach haben einen Vertrag. Würzburg stellt Hollerbach frei und fragt ihn im Zuge von Abfindugsverahndlungen, ob er gegen eine Abschlagszahlung (die geringer ist als die Summe der ausstehenden Gehaltszahlungen) bereit ist, den Vertrag aufzulösen. Nachteil für Hollerbach wäre hier, dass er auf einen Teil seines Gehaltes verzichten muss, Vorteil wäre, dass er mit Auflösung des Vertrages auch keine Verpflichtungen mehr gegenüber Würzburg hat. (So ein Vertrag stellt nämlich beidseitig Verpflichtungen dar. Der Verein muss Gehalt zahlen, der Trainer muss dem Verein, wie auch immer zur Verfügung stehen. Theoretisch könnte der Verein einen unter Vertrag stehenden Chef-Trainer auch wieder das Training leiten lassen ... er wurde ja nur vorübergehend vom Trainingsbetrieb freigestellt.)

      Hollersbach hat sich entschieden, den Vertrag nicht aufzulösen und weiterhin sein volles Gehalt bezahlt zu bekommen. (Was sein gutes Recht ist.) Damit hat er aber noch einen gültigen Vertrag mit Würzburg und eben auch gewisse Verpflichtungen. (Und damit meiner unfundierten Meinung nach auch nicht das Recht, einen Vertrag mit einem neuen Verein/Arbeitgeber abzuschließen.)

      Aber wie gesagt, ich bin kein Jurist ... wobei ich in meinem Leben die Erfahrung gemacht habe, dass es bei zwei Juristen drei Meinungen gint ... das ist nämlich deren Geschäftsmodell. Insofern glaube ich auch nicht Alles, was irgendein Jurist sagt.

    • 03.02.18

      Ab dem Tag, an dem Würzburg Hollerbach von seinen Aufgaben entbunden hat, hatte dieser auch keine Verpflichtungen mehr gegenüber Würzburg...

    • 05.02.18

      Dann frage ich mich, warum es noch Trainer gibt, die Ihren Vertrag gegen eine Abfindung auflösen ... Das würde dann ja nie einen Sinn machen. Dann würde sich doch jeder Trainer sein volles Gehalt weiter zahlen lassen, bis er ggf. etwas Besseres findet ...

    • 05.02.18

      Weil das jeder Trainer so entscheiden darf, wie er das gerne möchte. Das ist glücklicherweise in Deutschland eines der größten Rechte eines jeden einzelnen, dass man seine Entscheidungen innerhalb der Gesetze frei treffen kann. Wenn bspw. ein Trainer bei einem Topverein entlassen wird, der wohl genügend Kohle gemacht hat und sich vor neuen Angeboten kaum retten kann, lässt der sich vielleicht kurz auszahlen um die Angelegenheit schnellstmöglich hinter alle Beteiligten zu bringen. Bei einem Trainer, der mit Würzburg gegen den Abstieg in der zweiten Liga spielt, könnte das aber ein wenig anders aussehen.

    • 07.02.18

      Ich glaube nicht, dass ich mit einem Wort behauptet habe, dass man sich in Deutschland nicht entscheiden darf wie man möchte ... ich habe nur die Sinnhaftigkeit Deiner Behauptung hinterfragt, die Du mit Deiner letzten Aussage auch nicht nachweisen konntest...

    • 08.02.18

      Naja, du hast gefragt, warums der eine Trainer so macht und der andere Trainer so... Meine Antwort darauf war, dass sie das so entscheiden können wie sie möchten, ohne damit zu sagen, dass du das abgestritten hättest. Ich weiß auch nicht, ob ich nun die Sinnhaftigkeit nachweisen muss. Keine Ahnung, was du hier als "sinnlos" betrachtest. Hollerbach wurde gefeuert und ließ sich sein beidseitig geschlossenes Arbeitsverhältnis weiter ausbezahlen. Der Jurist nannte das übrigens auch einen ganz normalen Vorgang. Keine Ahnung wo dir hier nur nun eine "Sinnhaftigkeit" fehlt.

    • 08.02.18

      In der „freien Wirtschaft“ ist das definitiv kein „ganz normaler Vorgang“. Ich kann mich noch gut an meinen ersten Job erinnern. Da wurde mein Chef freigestellt. Als die Geschäftsführung sich nicht mit ihm auf eine Abfindung(shöhe) einigen konnte, bekam er ein schönes kleines Büro im Keller mit Schreibtisch und Computer (vertraglich zugesicherter Arbeitsplatz) und musst jeden Tag von 9h bis 17h erscheinen ,,, (so lange bis man sich dann doch auf eine Abfindungshöhe einigen konnte.) Er war mit der Freistellung also mitnichten von seinen Verpflichtungen entbunden, so lange er ein Gehalt bezog. Ich wüsste nicht, warum das beim Fußball anders sein sollte ...

    • 08.02.18

      Sorry, aber es macht echt wenig Sinn, die Arbeitsverhältnisse in der "freien Wirtschaft" mit den Arbeitsverhältnissen im Fußballgeschäft zu gleichzusetzen. Was denkst du denn, weshalb es Rechtsanwälte gibt, die sich für die Arbeitsverhältnisse im Profifußball spezialisieren, so wie der Rechtsanwalt in unten verlinktem Artikel? Wäre das notwendig wenn die Arbeitsverhältnisse im Profifußball so wie in der freien Wirtschaft wären? Wenn Peter Bosz beim BVB entlassen wird, könnte Watzke ihn in den Keller setzen, damit er dort für die B-Jugend Taktikanalysen macht? Also wenn du das so im Fußball erwartest, dann verstehe ich langsam, woher die fehlede Sinnhaftigkeit kommt.

    • 12.02.18

      Stimmt, das hat man ja am Fall Bosman ganz klar gesehen, dass der Arbeitsmarkt beim Fußball von den allgemein gültigen Regelungen vollkommen losgelöst ist und beim Fußball besondere Gesetzte gelten ...

    • 12.02.18

      Du wirfst echt so viel durcheinander, dast macht null Sinn.

    • 13.02.18

      Ich nenne einfach Gegenbeispiele zu Deinen unfundierten Behauptungen ... und nein, die Aussage irgendeines unbekannten Anwalts in einem TV-Interwiev als „Beweis“ aufzuführen reicht für mich nicht aus ...

    • 14.02.18

      Das ist kein Gegenbeispiel, du checkst wohl nicht mal den Inhalt richtig. Sorry, das macht keinen Sinn. Im Fall Bosman hat der Fußball grundsätzlich seine eigenen Regeln geschaffen, die nicht dem geltenden Arbeitsrecht entsprochen haben. Dies hat sich an dem Tag geändert, an dem jemand dagegen geklagt hat. Der Vertrag von Hollerbach wurde ganz regulär im Rahmen des geltenden Arbeitsrecht geschlossen (wäre dem nicht so gewesen, hätte Würzburg sicher im Zuge der Gehaltsfortzahlung gegen die Gültigkeit des Vertrages geklagt). Dementsprechend hat Hollerbach ganz einfach auch das Recht weiter bezahlt zu werden, ähnlich wie dein ehemaliger Kollege, der im Keller sein Gehalt weiter bekam (sollte die Story überhaupt stimmen). Nur mit dem Unterschied, dass dein Kollege wohl auf eine hohe Abfindungszahlung pochte, weil er schon zum nächsten Arbeitgeber wollte und Hollerbach wohl noch keinen neuen Arbeitgeber hatte und deshalb es sein gutes Recht ist, sich sein Gehalt weiter bezahlen zu lassen. Das hat mit dem Fall Bosman Nullkommanull am Hut, denn hier handeln nun alle Parteien im Rahmen ihres gültig geschlossenen Arbeitsvertrages, was im Falle Bosman nicht so war.

      Und dann stellst du dich hin und sagst ein Rechtsexperte im Arbeitsrecht des Profifußballs wäre da kein Argument. Kannst du das überhaupt beurteilen? Du kannst ja hierzu nicht mal den Fall Bosman differenzieren. :D Ich glaube langsam, du willst nur trollen. :D

    • 15.02.18

      O.K. nochmal ein allerletzter Versuch von meiner Seite, ohne wieder viele irrelevante Dinge in einen Topf zu werfen.Meine ursprüngliche Aussage war, dass der HSV unprofessionell ist, weil er einen Trainer unter Vertrag genommen hat, der noch anderweitig unter Vertrag stand, weil ich persönlich nicht glaube, dass der Hollerbach einen neuen Vertrag bei einem neuen Verein unterschreiben darf, so lange er noch bei einem anderen Verein einen Vertrag hat, von dem er auch noch bezahlt wird. (Auch wenn er freigestellt wurde.) Natürlich hat er das Recht, weiter sein Gehalt gezahlt zu bekommen ... er darf meiner Meinung aber eben keinen neuen Vertrag unterschreiben, so lange er seinen alten noch nicht aufgelöst hat und noch sein Gehalt bezieht.

      Ich kenne das Interwiev des Sport-Rechtlers auf Sky, der meinte, dass er mit der Freistellung jederzeit einen neuen Vertrag unterschreiben darf. Ich weiß aus meiner beruflichen Erfahrung aber auch, dass (fast) keine Aussage eines Anwalts als absolut angesehen werden kann, sondern dass es fast immer zwei Meinungen gibt ... sonst bräuchten wir ja keine Gerichte. (Und wenn die Angelegenheit so eindeutig gewesen wäre, hätte Würzburg sicherlich keine Forderungen gestellt und der HSV hätte noch weniger Grund gehabt, auf irgendwelche Forderungen einzugehen.)

      Ich weiß aus der Real- Wirtschaft, dass eine Freistellung nicht dazu führt, dass der Freigestellte jederzeit einen neuen Arbeitsvertrag bei einem neuen Arbeitgeber unterzeichnen kann. Solange man das Gehalt bezieht, ist man seinem Arbeitgeber verpflichtet auch wenn man (vorübergehend) von der Arbeitsleistung freigestellt ist. Möchte man diese Verpflichtung nicht mehr haben, muss man den Vertrag (gegen Abfindung) auflösen. (Und da haben sich auch schon einige verzockt.) Dazu habe ich Dir zur Veranschaulichung ein kleines Beispiel aus meinem Umfeld genannt ... das kannst Du mir jetzt glauben oder nicht.

      Als Du gesagt hast, dass man Arbeitsverhältnisse in der freien Wirtschaft nicht mit denen im Fußballgwschäft vergleichen kann, habe ich Dich nur darauf hingewiesen, dass das Fußball-Geschäft letztendlich natürlich den gleichen Gesetzen unterliegt, wie die Real-Wirtschaft und habe versucht, diese Tatsache auch mit den bekanntesten Beispiel in diesem Bereich zu belegen. (Nämlich dem Bosman-Urteil, bei dem letztendlich klargestellt wurde, dass für den Fußball die gleichen Gesetzte gelten wie für alle anderen Wirtschaftsbereiche.)

      Der richtige (und übliche) Weg wäre meiner Meinung nach gewesen, der HSV geht zum Hollerbach und sagt, Du bist unser neuer Trainer. Hollerbach geht zu Würzburg und sagt, ich möchte gerne meinen Vertrag auflösen. Und nach der Vertragsauflösung (zu welchen Konditionen auch immer - evtl. erhält Hollersbach eine Abfindung für die ausstehenden Gehälter, vielleicht muss aber auch er bzw. sein zukünftiger Verein eine „Ablöse“ für die Auflösung bezahlen) unterschreibt Hollersbach beim HSV den Vertrag. Dadurch dass der HSV das versäumt hat, hat er sich unnötiger Weise in Zugzwang gebracht.

      So, das nur noch mal zur Klarstellung, falls Du den Überblick verloren haben solltest, was ich meine. Solltest Du anderer Ansicht sein, respektiere ich das natürlich, aber dann musst Du mir das nicht mehr darlegen ... sofern Du keine neuen Argumente hast. (Das kostet uns beide nur unnötig Zeit.)

    • 15.02.18

      Das ist nach wie vor etwas haltlos, was du da behauptest. Du bist doch über die internen Abläufe gar nicht informiert. Ist doch nicht sinnvoll zu behaupten, dass Hollerbach in Hamburg einen Vertrag unterschrieben hat und von Würzburg weiterhin das Gehalt wollte (hast du dafür Quellen dass dem so war?). Der HSV verhandelte mit Hollerbach, Hollerbach selbst und auch Bruchhagen informierten Verantwortliche Personen in Würzburg (dazu gibt es Quellen). Es lag einzig und alleine an Würzburg der Vertragsauflösung zuzustimmen, dann wäre das ein Trainerwechsel wie fast jeder andere gewesen. Wie auch erst vor kurzem bei Stöger. Würzburg witterte hier aber für etwas Geld, wofür es unüblich ist Geld zu fordern. Genau DIESER PUNKT machte die Angelegenheit zu einer anderen Angelegenheit. Das scheinst du seit Anfang an nicht zu verstehen. Ein Rechsexperte für Arbeitsrecht nannte das einen "normalen Vorgang" und konnte dabei das Verhalten von Würzburg ebenfalls nicht nachvollziehen. Du zweifelst diesen an und sagst "aber ich glaube, es ist anders richtig" oder "meiner Meinung nach ist das so". Gesetze, wie auch das Arbeitsgesetz, sind doch keine Meinungssache. Man muss von seiner Meinung schon sehr überzeugt sein, wenn man diese in einer Themantik (von der man wohl nicht die allergrößte Ahnung hat) über die Aussagen eines Rechtsexperten stellt, der seine Aussagen am geltenden Gesetz auslegt.

      Das Bosman Urteil hier als Argument darzulegen machte einfach keinen Sinn. Brauchst du jetzt nicht mit weiteren Ausschweifungen umreden. Würde sich Hollerbach oder der HSV nun ähnlich fernab vom Gesetz verhalten wie das damals beim Bosman Urteil der Fall war, würde Würzburg ja vermutlich auch dagegen klagen. Vielleicht siehst du daran, dass der Rechtsexperte schlicht Recht haben könnte, indem er sagt, dass es "ein normaler Vorgang sei". Von daher macht dieser Vergleich zum Bosman Urteil von vorne bis hinten wenig Sinn. Außerdem war das ein zentrales Argument deines vorletzten Kommentars, von dem du selbst sagtest "Gegenbeispiele zu Aussagen zu nennen". Jetzt sagst du "es war irrelevant in einen Topf geworfen", als du vermutlich selbst merktest, dass das Bosman Urteil hier überhaupt nicht als Vergleich passt. Du ruderst gerade hin und her. Auch das mit deinem Kollegen hat mit dieser Angelegenheit eigentlich nichts zu tun. Was denkst du denn, was gewesen wäre, hätte dein Kollege ein Angebot einer anderen Firma gehabt? Hätte ihn dann dein Chef auch in den Keller gesetzt oder hätte er drei Kreuze im Kalender gemacht, dass er deinen Kollegen endlich von der Gehaltsliste bekommt? Genau dieser Punkt ist es, den du scheinbar seit Anfang der Diskussion nicht sehen willst/kannst oder einfach nicht verstehst und was diese Angelegenheit nun zu einer besonderen Angelegenheit machte.

  • 01.02.18

    Ich finde, dieser Artikel fast es ganz gut zusammen:

    http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/716219/artikel_jurist-kletke_keine-handhabe-gegen-hollerbach.html

    Was und warum Würzburg nun so ein Fass aufmacht kann ich auch nicht nachvollziehen.

  • 01.02.18

    Immerhin: "Die Freigabesumme werde dabei auch nicht vom Verein behalten, sondern für karitative Zwecke gespendet – teils in der Region um Würzburg, teils im Hamburger Stadtteil St. Pauli."

    Vieles, was hier geschrieben wurde, mag sicher stimmen. Aber dass der HSV erst eine Verpflichtung verkündet, und erst vier Tage später die rechtliche Lage mit dem alten Arbeitgeber abklärt, das passt halt wieder wie Arsch auf Eimer zum HSV, den wir aus den letzten Jahren kennen.

    • 01.02.18

      Lieber Kölner Kollege, an deiner Stelle würde ich erst mal kleinere Brötchen backen!

      Gruß aus Hamburg

    • 02.02.18

      Naja wo er recht hat....der "Kölner Kollege"

    • 02.02.18

      Wie heißt es so schön - wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

    • 02.02.18

      Naja, ob man nach 4-5 stabilen und stark geführten Jahren durch eine EL-Doppelbelastung, riesiges Verletzungspech und systematischen Beschiss durch Offizielle in diese Lage kommt (neben einer nicht optimalen Kaderplanung, das muss auch gesagt werden), oder ob man seit 4-5 Jahren konstant das Gespött der Liga und Slapstick-Verein schlechthin ist - das sollte man differenzieren können.

    • 03.02.18

      Du behauptest also, dass die aktuelle Kölner Misere nur auf exogene Einflussfaktoren, auf die man keinen Einfluss hat, zurückzuführen ist?

      Von einer Doppelbelastung wusste man auch schon vor Saisonbeginn - da hätte man den Kader einfach besser planen müssen. Erst das Theater um Modeste, dann Schmadtke, dann Stöger - da haben selbst die Hamburger herzhaft drüber gelacht! Danke für Deinen Beitrag, er wird nun durch die Community geprüft und freigegeben.

      Köln hat sich im Laufe der Hinrunde sukzessive selbst diskreditiert - da brauch sich kein Kölner einbilden, er könne den HSV zurechtweisen!