In der massiven Abwehrnot des FC St. Pauli wuchs Lars Ritzka über sich hinaus. Da mit Hauke Wahl, David Nemeth und Adam Dźwigała fast das komplette Abwehrzentrum kurzfristig wegbrach, musste der eigentliche Schienenspieler als linker Halbverteidiger in der Dreierkette aushelfen. Das Besondere: Ritzka selbst war alles andere als fit und konnte im Vorfeld der Partie kaum trainieren.
„Er hat es hervorragend gut gemacht. Es war aber klar, dass er nicht durchhält“, erklärte Trainer Alexander Blessin nach der Partie gegen RB Leipzig (1:2) gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Ritzka laboriert bereits seit geraumer Zeit an hartnäckigen Rückenproblemen, die einen Einsatz über die volle Distanz eigentlich unmöglich machten.
Ritzka wurde in der 64. Minute ausgewechselt. Dass er sich dennoch in den Dienst der Mannschaft stellte und die ungewohnte Rolle stabil ausfüllte, sorgte intern für große Anerkennung.
Auch Kapitän Jackson Irvine hob die Leistung seines Mitspielers hervor und ordnete die Situation als „eine der größten Pechsträhnen“ ein, die er je erlebt habe. „Mein riesiger Respekt gebührt Louis und Hauke, auch Lars, der in den vergangenen Tagen gar nicht richtig trainieren konnte“, so Irvine über die improvisierte Defensive.


