Beim VfL Wolfsburg hat sich im Mittelfeld eine neue Ausrichtung ergeben. Cheftrainer Daniel Bauer gab im Gespräch mit dem kicker Einblick in seine taktischen Überlegungen rund um Lovro Majer und Christian Eriksen – und stellte klar: Beide funktionieren gemeinsam, und das richtig gut.
Ausgangspunkt war eine personell angespannte Lage, die Bauer zum Umdenken zwang. Statt der bisherigen Entweder-oder-Lösung setzt Wolfsburg nun auf mehr Variabilität. Im 4-2-3-1 agiert Eriksen auf der rechten Offensivseite, Majer zentral – mit fließenden Rollen. Bauer spricht von einer „asynchronen Formation“ und einer Art Doppelzehn, die dem Gegner klare Zuordnungen erschwert. Auch Patrick Wimmer wird dabei flexibel eingebunden.
„Vorher hieß es immer: Lovro Majer oder Christian Eriksen. Nun sind wir mit beiden deutlich variabler, praktisch eine Doppelzehn. Mal ist Patrick Wimmer linker Flügel, mal die zweite Spitze. Das macht es schwierig für den Gegner, uns zu verteidigen, weil wir kein Schema F haben“, ließ Bauer durchblicken.
Auch Majer von Konstellation mit Eriksen angetan
Dass Majer und Eriksen gemeinsam funktionieren können, überrascht den kroatischen Wolfsburg-Profi jedenfalls nicht. „Ich habe nie verstanden, dass das gesagt wurde“, erklärte Majer gegenüber AZ/WAZ. Entscheidend sei nicht die Endgeschwindigkeit einzelner Spieler, sondern die Mischung auf dem Platz. „Christian ist jemand, der immer den Ball haben will. Ich bin auch so einer. Vom ersten Spiel an hat das funktioniert.“ Zugleich lobte er Bauer als den Trainer, der diese Idee konsequent umgesetzt habe.
Besonders hob Majer die Qualitäten seines Nebenmanns hervor. Eriksens größte Stärke sei seine Ruhe am Ball, die dem Wolfsburger Spiel zuletzt gutgetan habe. „Wir hatten teilweise zu viel Hektik drin. Das ist besser geworden“, so Majer weiter.
Bei dieser neuen Rollenverteilung im Mittelfeld wird Bauer allem Anschein nach auch im neuen Jahr ansetzen – und dem VfL mehr Kontrolle und Unberechenbarkeit verleihen.

