1. FC Köln | 1. Bundesliga

Top-Elf-Prog­no­se: 1. FC Köln im Check

14.08.2026 - 16:51 Uhr Gemeldet von: Kristian Dordevic | Autor: Kristian Dordevic

In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf den 1. FC Köln. Für René Wagner ist es die erste komplette Saisonvorbereitung als Cheftrainer der Geißböcke, nachdem er Ende März zunächst interimsweise übernommen und anschließend dauerhaft befördert wurde. Nun bietet sich erstmals die Gelegenheit, seine Spielidee über mehrere Wochen hinweg zu verankern und der Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken.

Aktuell rechnen wir damit, dass Wagner zunächst auf eine Viererkette setzt. Die von ihm bevorzugte, intensive und laufstarke Spielweise lässt sich in diesem System nach unserer Einschätzung am besten umsetzen. Gleichzeitig bietet der Kader genügend Qualität, um situativ auch auf eine Dreierkette umzustellen. Gerade mit Rav van den Berg, Luka Lochoshvili, Jahmai Simpson-Pusey und Joël Schmied stünde das passende Personal für eine solche Variante bereit, während das Mittelfeldzentrum nach dem Abgang von Eric Martel eine größere Umstrukturierung erlebt. Unsere Prognose basiert derzeit jedoch auf einem 4-2-3-1.

Update: Auf dem Transfermarkt ist die Arbeit zudem noch längst nicht abgeschlossen. Nach BILD-Informationen könnten je nach Verlauf des restlichen Sommers bis zu vier weitere Neuzugänge hinzukommen. Gesucht werden ein Sechser, ein weiterer Stürmer, ein Ersatz für Jakub Kamiński sowie ein Backup für Linksverteidiger Gideon Mensah. Besonders konkret sind derzeit die Personalien Ellyes Skhiri und Mikey Moore.

Torwart: Der Kapitän bleibt die Nummer eins


Top-Elf: Marvin Schwäbe (31)
Trotz latenter Spekulationen um seine Zukunft bleibt Schwäbe die klare Nummer eins des FC. Sein Vertrag läuft zwar nur noch ein Jahr, wodurch Verkaufsgedanken grundsätzlich nachvollziehbar erscheinen. Sportlich überwiegt sein Wert für die Mannschaft allerdings deutlich. Der Schlussmann ist nicht nur ein verlässlicher Rückhalt, sondern seit dem vergangenen Sommer auch Mannschaftskapitän und einer der wichtigsten Führungsspieler innerhalb des Kaders.

Abwehr: Konkurrenzkämpfe auf mehreren Positionen


Rechter Außenverteidiger: Alessio Castro-Montes (29) | Alternative: Sebastian Sebulonsen (26)
Castro-Montes hat in unserer Top-Elf inzwischen die Nase vorne. Der Belgier fühlt sich zwar insbesondere als Schienenspieler in einer Dreierkette wohl, wo er seine Offensivqualitäten noch häufiger einbringen kann, hat in der Vorbereitung aber auch als klassischer Rechtsverteidiger gespielt. Da wir ihn im Vergleich mit Sebulonsen für den insgesamt stärkeren Spieler halten, sehen wir ihn aktuell vorne.

Hinzu kommt nun der verletzungsbedingte Rückschlag bei Sebulonsen. Der Norweger hat sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und soll vier bis sechs Wochen ausfallen. Damit wird er den Pflichtspielauftakt sowie die ersten Bundesliga-Partien verpassen. An der grundsätzlichen Konkurrenzsituation im weiteren Saisonverlauf ändert das nichts, kurzfristig ist Castro-Montes auf der rechten Seite aber umso klarer die erste Wahl.

Rechter Innenverteidiger: Jahmai Simpson-Pusey (20)
Der Engländer wurde nach seiner Leihe fest verpflichtet und soll auch künftig eine tragende Rolle in der Kölner Defensive übernehmen. Trotz einiger Rückschläge in der vergangenen Saison – darunter eine Verletzung sowie eine Sperre – behauptete Simpson-Pusey dauerhaft seinen Platz in der Mannschaft.

Die Verantwortlichen trauen ihm den nächsten Entwicklungsschritt zu. Mit seiner Ruhe am Ball, seiner Athletik und seinem Entwicklungspotenzial dürfte er auch in der Bundesliga ein wichtiger Bestandteil der Viererkette bleiben.

Linker Innenverteidiger: Luka Lochoshvili (28) | Alternativen: Rav van den Berg (22), Joël Schmied (27)
Für Cenk Özkacar, dessen Kaufoption der FC nach der vergangenen Saison nicht zog, verpflichteten die Kölner Luka Lochoshvili vom 1. FC Nürnberg. Der Georgier bringt als Linksfuß genau das Profil mit, das im bisherigen Kader gefehlt hatte, und passt damit hervorragend neben Simpson-Pusey.

Besonders spannend bleibt allerdings das Duell mit Rav van den Berg. Der Niederländer konnte die hohen Erwartungen nach seinem Wechsel bislang noch nicht vollständig erfüllen, besitzt aufgrund seines Potenzials und der hohen Ablösesumme aber weiterhin einen hohen Stellenwert im Verein. Nach aktuellem Stand sehen wir Lochoshvili leicht vorne. Gleichzeitig könnte gerade eine mögliche Dreierkette dafür sorgen, dass beide gemeinsam neben Simpson-Pusey auflaufen. Auch Joël Schmied bleibt nach seiner Rückkehr eine interessante Alternative für die Innenverteidigung.

Linker Außenverteidiger: Gideon Mensah (28)
Nachdem sich Kristoffer Lund während seiner Leihe nicht nachhaltig empfehlen konnte und zu seinem Stammverein zurückgekehrt ist, hat der 1. FC Köln auf der linken Abwehrseite nachgelegt. Mit Gideon Mensah wurde der erwartete Neuzugang für diese Position verpflichtet. Der ghanaische Nationalspieler bringt die Qualitäten mit, um die vakante Rolle direkt zu übernehmen.

Damit ist die Position in der Top-Elf besetzt, in der Breite besteht allerdings noch Handlungsbedarf. Nach BILD-Informationen möchte Köln noch einen weiteren Linksverteidiger verpflichten, der als Backup für Mensah fungieren soll.

Mittelfeld: Skhiri-Rückkehr plötzlich wieder konkret


Defensives Mittelfeld: Ísak Jóhannesson (23)
Mit dem Abgang von Eric Martel hat Köln einen wichtigen Baustein im Zentrum verloren. Nach aktuellem Stand sehen wir einen Platz auf der Doppelsechs für Ísak Jóhannesson. Der Isländer bringt deutlich mehr offensive Elemente mit als der abgewanderte Leistungsträger und dürfte unter René Wagner eine wichtige Rolle im Ballbesitzspiel einnehmen. Für den Platz neben ihm soll weiterhin ein weiterer Sechser mit Startelfqualität kommen.

Defensives Mittelfeld: Neuzugang | Alternativen: Tom Krauß (25), Paul Okon-Engstler (21)
Auf der Sechserposition hat der 1. FC Köln weiterhin den dringendsten Handlungsbedarf ausgemacht. Nachdem eine Rückkehr von Ellyes Skhiri zwischenzeitlich beinahe vom Tisch schien, hat sich die Situation nun noch einmal grundlegend verändert.

Update: Nach aktuellen BILD-Informationen sind Eintracht Frankfurt und Köln über einen Transfer des 31-Jährigen einig. Der Knackpunkt liegt aber weiterhin beim Gehalt: Skhiri soll sich für eine Rückkehr ein Jahresgehalt oberhalb von zwei Millionen Euro vorstellen, während der FC derzeit etwa 1,5 Millionen Euro bieten kann. Finden beide Seiten noch einen Kompromiss, könnte die Rückkehr des ehemaligen Kölners tatsächlich zustande kommen. Solange die Unterschrift fehlt, führen wir auf dieser Position weiterhin einen Neuzugang in der Top-Elf. Skhiri ist aktuell aber der konkrete Name, der sich hinter diesem Platzhalter verbirgt.

Aus dem bestehenden Kader bleibt Tom Krauß eine Alternative. Er bringt von den vorhandenen Mittelfeldspielern am ehesten das physische und gegen den Ball ausgerichtete Profil mit, das nach Martels Abgang gefragt ist. Hinzu kommt Paul Okon-Engstler, den Köln perspektivisch verpflichtet hat und der zunächst an das Bundesliga-Niveau herangeführt werden soll.

Offensive: Noch Bewegung auf den Flügeln


Rechter Flügel: Jan Thielmann (24) | Alternativen: Neuzugang, Rav van den Berg (22), Joël Schmied (27)
Die rechte Außenbahn bleibt eine Position, auf der noch etwas passieren soll. Jan Thielmann wartet trotz seines unbestrittenen Potenzials noch immer auf den endgültigen Durchbruch. Drei Tore und zwei Vorlagen in der vergangenen Bundesliga-Saison unterstreichen, dass der Ertrag bislang hinter den Erwartungen zurückblieb. In der Vorbereitung hat sich Thielmann allerdings gut präsentiert und Lob seines Trainers eingeheimst. Nach aktuellem Stand hat er deshalb die Nase vorne.

Ein weiterer Neuzugang könnte Thielmann noch einmal ernsthafte Konkurrenz machen. Ein konkreter Kandidat für die Flügelpositionen ist Mikey Moore. Mit dem 19-Jährigen besteht bereits eine Einigung, auch mit Tottenham Hotspur sollen die wesentlichen Rahmenbedingungen für eine einjährige Leihe geklärt sein. Lediglich die endgültige Freigabe steht noch aus. Nach BILD-Informationen ist der Transfer trotz der Verzögerung nicht in Gefahr und soll möglichst schnell über die Bühne gehen. Moore kann auf beiden offensiven Außenbahnen eingesetzt werden und würde damit sowohl rechts als auch links zusätzliche Konkurrenz schaffen. Van den Berg und Schmied decken wiederum die mögliche Dreierkettenvariante ab.

Offensives Mittelfeld: Neuzugang
Im offensiven Mittelfeld klafft nach dem Abgang von Jakub Kamiński zu Benfica Lissabon eine große Lücke. Der 1. FC Köln wird auf dieser Position definitiv noch einen neuen Spieler mit Stammelfpotenzial verpflichten müssen.

Linker Flügel: Said El Mala (19) | Alternativen: Neuzugang, Reigan Heskey (18)
Update: Bei Said El Mala hat sich die Ausgangslage entscheidend verändert. Nachdem ein Wechsel zu Borussia Dortmund über Wochen hinweg ein großes Thema war, ist diese Spur nun endgültig versandet. Der BVB wird nach der Ablehnung seines letzten Angebots nicht mehr nachlegen. Geschäftsführer Lars Ricken bestätigte ausdrücklich, dass El Mala in diesem Sommer nicht nach Dortmund wechseln wird.

Damit ist ein Verbleib beim 1. FC Köln inzwischen deutlich wahrscheinlicher geworden. Andere Interessenten sind zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, der FC steht aufgrund des bis 2030 laufenden Vertrags ohne Ausstiegsklausel aber unter keinerlei Verkaufsdruck. In unserer aktuellen Top-Elf rückt El Mala deshalb wieder klar auf die linke Offensivposition.

Sollte sich im weiteren Verlauf des Transferfensters doch noch etwas verändern, müsste Köln reagieren. Deshalb bleibt ein möglicher Neuzugang als erste Alternative aufgeführt. Auch Moore käme aufgrund seiner Flexibilität grundsätzlich für diese Seite infrage. Mit Reigan Heskey aus dem Nachwuchs von Manchester City steht zudem ein hochveranlagtes Talent bereit, das zunächst ohne großen Druck an das Bundesliga-Niveau herangeführt werden kann.

Stürmer: Ragnar Ache (28)
Im Sturmzentrum sehen wir nach aktuellem Stand weiterhin Ragnar Ache vorne. Der Angreifer etablierte sich nach seinem Wechsel schnell als wichtige Anspielstation der Kölner Offensive und überzeugt neben seiner Torgefahr auch durch seine intensive Arbeit gegen den Ball. Gerade Wagners laufintensive Spielweise dürfte dem Mittelstürmer entgegenkommen. Mit seiner Physis, seiner Tiefengefahr und seinem hohen Arbeitspensum besitzt Ache weiterhin sehr gute Voraussetzungen für einen Platz in der ersten Elf.

Der angekündigte Konkurrenzkampf im Sturmzentrum nimmt nun allerdings sehr konkrete Formen an. Thijs Dallinga (26) steht vor einem Wechsel zum 1. FC Köln. Damit scheint der FC den gesuchten Angreifer gefunden zu haben, der auf dem Niveau von Ache angesiedelt sein soll.

Fazit


Mit René Wagner beginnt beim 1. FC Köln ein neues Kapitel. Erstmals erhält der Cheftrainer die Möglichkeit, seine Vorstellungen während einer kompletten Sommervorbereitung einzustudieren. Aktuell gehen wir davon aus, dass die Geißböcke zunächst in einem 4-2-3-1 in die Saison starten. Die intensive Spielweise des Trainers scheint sich in dieser Grundordnung am besten umsetzen zu lassen.

Dennoch bleibt die Dreierkette eine realistische Alternative. Mit Lochoshvili, Simpson-Pusey und van den Berg verfügt Köln über drei Innenverteidiger, die gemeinsam auflaufen könnten. Auch Schmied steht für diese Variante bereit, während Castro-Montes als Schienenspieler noch einmal stärker zur Geltung kommen würde.

Das Grundgerüst der Mannschaft wirkt inzwischen stabiler. Mit Schwäbe, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Jóhannesson, El Mala und Ache stehen mehrere Positionen fest. Gleichzeitig können in den verbleibenden Wochen noch bis zu vier weitere Verstärkungen hinzukommen. Besonders wichtig bleibt die Besetzung der zweiten Sechserposition, auf der die Skhiri-Rückkehr plötzlich wieder sehr konkret ist.

Offensiv könnte mit Moore schon bald eine weitere wichtige Option für die Flügel hinzukommen. Darüber hinaus bleibt die zentrale offensive Position noch offen. Im Sturmzentrum zeichnet sich dagegen ebenfalls eine konkrete Verstärkung ab: Thijs Dallinga steht vor einem Wechsel nach Köln und dürfte Ache künftig Konkurrenz um den Platz in der Spitze machen. Auf links hat sich die Situation derweil entspannt: Durch den endgültigen Rückzug des BVB ist El Mala in unserer Prognose wieder für Köln eingeplant.

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Quelle: LigaInsider