SC Paderborn 07 | 1. Bundesliga

Paderborn gewinnt Relegation – Wolfsburg steigt ab

25.05.2026 - 23:06 Uhr Gemeldet von: LigaInsider | Autor: LigaInsider

Der SC Paderborn 07 hat in der Relegation den Aufstieg ins deutsche Oberhaus geschafft und schickt den VfL Wolfsburg in die Zweitklassigkeit. Nach einer hochdramatischen Verlängerung setzten sich die Ostwestfalen in einem historischen Relegations-Krimi mit 2:1 nach Verlängerung durch. Während die Hausherren den dritten Bundesliga-Aufstieg ihrer Vereinsgeschichte bejubeln, besiegelte Paderborns Dauerdruck den allerersten Abstieg der Wölfe aus der Bundesliga.

Wolfsburg früh in Führung und Unterzahl


Das Spiel begann für Paderborn mit einem bösen Erwachen. Bereits in der 3. Spielminute schlug Koulierakis einen langen Ball auf den linken Flügel zu Daghim. Der Angreifer hatte viel Rasen vor sich und bediente im Rückraum den heraneilenden Pejčinović, der überlegt mit rechts flach zum frühen 0:1 ins linke Eck einschob. Paderborns Hintermannschaft zeigte sich in dieser Szene im Kollektiv unsortiert.

Nach rund zehn Minuten wurde die Partie zunehmend hitzig. Nach einer Rudelbildung an der Seitenlinie sahen Bilbija und Wolfsburgs Mæhle jeweils die Gelbe Karte. Mæhle stieg dann nur zwei Minuten später völlig übermotiviert gegen Hansen ein und traf den Paderborner am Knie. Schiedsrichter Zwayer zögerte keine Sekunde und schickte den Dänen mit Gelb-Rot vom Platz (15.).

Bilbija kontert – Alu-Pech für Paderborn


In Überzahl übernahm der SCP komplett das Kommando. Baur setzte einen Linksschuss hauchzart am Pfosten vorbei (17.), während Wolfsburg nur noch tief in der eigenen Hälfte stand. Kurz vor der Pause belohnten sich die Hausherren schließlich für ihren Dauerdruck. Nach einem weiten Einwurf von Curda verlängerte Brackelmann das Leder per Kopf an den Fünfmeterraum, wo sich Bilbija geschickt von seinen Bewachern löste und per Kopf zum hochverdienten 1:1-Ausgleich traf (39.).

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Wolfsburg, das taktisch auf eine Viererkette umstellte, fand offensiv so gut wie gar nicht mehr statt. Bereits in der 50. Minute verpasste Paderborn die Riesenchance zur Führung: Einen Kopfball von Marino klärte Belocian auf der Torlinie, den anschließenden Nachschuss von Klaas blockte Eriksen in höchster Not.

Das einzige, was den Wölfen noch den Verbleib im Spiel sicherte, war das Aluminium und Keeper Grabara. In der 61. Minute knallte ein wuchtiger Schuss von Klaas an den linken Pfosten. In den Schlussminuten der regulären Spielzeit kam es für die Paderborner Fans dann noch bitterer: Nach einer Flanke von Curda köpfte der eingewechselte Michel den Ball an den linken Innenpfosten (90.+2). Da der VfL das Remis über die dreiminütige Nachspielzeit rettete, ging es in der Home-Deluxe-Arena nach 90 Minuten in die Nachspielzeit.

Paderborn bricht den Bann in der Verlängerung


Grabara hielt die Wölfe zunächst weiter im Spiel, als er einen gefährlichen Distanzschuss von Götze mit einer Glanzparade um den Pfosten lenkte (92.). In der 100. Spielminute wurde Michel auf dem linken Flügel freigespielt, behielt das Auge für den zweiten Pfosten und flankte butterweich in den Sechzehner. Dort pennte die Wolfsburger Hintermannschaft im Kollektiv und übersah Curda, der herangerauscht kam und das Leder per Rechtsschuss-Volley im linken unteren Eck zum überfälligen 2:1 versenkte.

Ein Aufbäumen der Niedersachsen blieb in der Folgezeit größtenteils aus. Der Bundesligist war stehend k.o., wirkte physisch komplett platt und konnte in den finalen 15 Minuten keinerlei Torgefahr mehr entfachen. Kurios wurde es in der 113. Minute: Mitten in der absoluten Hochspannung fiel in der Arena die komplette elektronische Anzeigetafel aus. Der Stadionsprecher musste die Fans und Akteure per Durchsage über die verbleibende Spielzeit informieren.

Paderborn ließ sich von den äußeren Umständen nicht beirren, hielt den Ball geschickt in den eigenen Reihen und ließ die Wölfe nur noch hinterherlaufen. Spätestens als Michel nach einem Solo in der 115. Minute nur knapp vergab, lief den Gästen die Zeit endgültig davon. Lediglich Shiogai wurde per Kopfball nach einer Ecke nochmal gefährlich (120.).

Paderborn brachte den knappen Vorsprung clever über die Ziellinie und feiert den Sieg der Relegation und den Aufstieg ins Oberhaus, während der VfL Wolfsburg nach einer sportlichen Bankrotterklärung den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten muss.

Tore:
0:1 Dženan Pejčinović (3., Adam Daghim)
1:1 Filip Bilbija (39., Calvin Brackelmann)
2:1 Laurin Curda (100., Sven Michel)

Besondere Vorkommnisse:
Joakim Mæhle wird nach einem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz gestellt (15.)

Aufstellung des SC Paderborn 07:

SC Paderborn 07
VfL Wolfsburg

Aufstellung des VfL Wolfsburg:

SC Paderborn 07
VfL Wolfsburg
Quelle: LigaInsider