Während hinter den Kulissen die Kaderplanungen für die neue Spielzeit auf Hochtouren laufen, halten wir euch auf LigaInsider wie gewohnt mit unseren prognostizierten Top-Elf-Aufstellungen der Bundesligisten auf dem Laufenden.
Das Prinzip unserer Prognosen bleibt dabei unverändert: Wir zeigen euch die aus unserer Sicht beste Formation eines Klubs – grundsätzlich unabhängig von körperlichen Blessuren. Nur wenn ein verletzter Spieler voraussichtlich mehr als die komplette Hinrunde verpasst, könnte es gut sein, dass wir ihn für die Top-Elf nicht berücksichtigen.
Da sich auf dem Transfermarkt kontinuierlich etwas tut, versteht sich von selbst, dass es sich hierbei um dynamische Prognosen handelt. Sobald es wichtige Kaderänderungen gibt, werden die Aufstellungen und die dazugehörigen Artikel fortlaufend aktualisiert.
In diesem Check richten wir den Fokus im Detail auf die voraussichtliche Formation von Borussia Mönchengladbach.
Torwart: Unklare Lage um die Nummer eins
Top-Elf: Moritz Nicolas (28) | Alternativen: Neuzugang / Daniel Batz (35)
Nicolas wurde nach einer starken Spielzeit völlig zu Recht zum Gladbacher „Spieler der Saison“ gewählt. Allerdings: Der Schlussmann besitzt für den Juni eine Ausstiegsklausel. Sollte Nicolas von dieser Option Gebrauch machen und die Fohlen verlassen, wird Schröder auf dem Transfermarkt wohl eine neue Nummer eins nachlegen müssen. Daniel Batz hingegen, der in der vergangenen Rückrunde als eingesprungener Backup in Mainz gute Leistungen zeigte, ist wohl eher für die Rolle des verlässlichen Stellvertreters eingeplant. Aber: Die Situation auf dieser Position ist derzeit noch nicht ganz durchsichtig. Abwarten ist angesagt ...
Abwehr: Frischer Wind auf den Außenbahnen
Rechter Außenverteidiger: Yukhym Konoplya (26)
Im Duell um die rechte Abwehrseite hat Neuzugang Yukhym Konoplya (von Shakhtar Donetsk gekommen) aktuell die Nase vorn. Während Joe Scally – dessen Vertrag 2027 ausläuft und bei dem ein Sommer-Wechsel im Raum steht – eher als offensiv limitierter Rechtsverteidiger gilt, bringt der Ukrainer ein völlig anderes Profil mit. Konoplya ist extrem umtriebig im Angriffsspiel, schlägt präzise Flanken und sorgt über kreierte Großchancen und eigene Torabschlüsse für echten Offensiv-Mehrwert. Genau diese spielerische Komponente fehlte Gladbach rechts zuletzt komplett. Im Gegenzug bringt sein risikofreudiger Stil allerdings auch eine höhere defensive Anfälligkeit mit sich; gerade bei erfolgreichen Defensivduellen besitzt er definitiv noch Entwicklungspotenzial. Doch im neuen, mutigeren System von Polanski ist er der logische Impulsgeber.
Rechter Innenverteidiger: Nico Elvedi (29) | Alternative: Neuzugang
Sportlich ist Elvedi als felsenfest gesetzter Abwehrchef eigentlich nicht wegzudenken. Und dennoch hängt über dem Schweizer mal wieder das dicke Zukunftsfragezeichen. Da sein Arbeitspapier 2027 ausläuft, hat eine Vertragsverlängerung für die Fohlen hohe Priorität – einen ablösefreien Abgang im Folgejahr kann sich der finanziell nicht gerade auf Rosen gebettete Klub schlichtweg nicht leisten. Sollte Elvedi nicht verlängern, wird Gladbach bei entsprechenden Angeboten Verkaufsbereitschaft signalisieren. Im Falle eines Abgangs wird wohl extern nachgelegt, da Fabio Chiarodia (20) den endgültigen Nachweis der Bundesliga-Tauglichkeit bisher noch schuldig blieb.
Linker Innenverteidiger: Kevin Diks (29)
Der Allrounder kann in der neuen Viererkette theoretisch jede Position bekleiden, ist für die kommende Saison aber primär im Abwehrzentrum eingeplant. Diks bringt genau die risikofreudige Mentalität mit, die Polanski im Spielaufbau sehen will: Er hat große Lust, das Spiel nach vorne aktiv mitzugestalten. Wenn er jetzt noch seine kleinen Schwächen beim aggressiven Rausverteidigen abstellt, könnte er ganz schnell zu einer prägenden Figur im neuen Gladbacher Defensiv-Konstrukt werden.
Linker Außenverteidiger: David Herold (23)
Genau wie Konoplya auf rechts ist auch der vom KSC verpflichtete Herold ein echter Antreiber. Beim Zweitligisten gehörte Herold zu den absoluten Top-Läufern der Liga, schlägt gefährliche Standards und starke Flanken. Der 23-Jährige kann Vierer- wie Fünferkette ohne Qualitätsverlust spielen. Auch wenn er im neuen System womöglich etwas Anlaufzeit benötigt, sehen wir ihn im Duell vor Lukas Ullrich (22), der die Erwartungen bislang noch nicht erfüllen konnte.
Mittelfeld: Die neue Schaltzentrale
Defensives Mittelfeld: Enzo Leopold (25)
Mit Leopold hat sich die Borussia den umworbenen Kapitän von Hannover 96 geangelt. Der 25-Jährige bringt als relativ kompletter Spieler genau das Element mit, das den Fohlen im Vorjahr so schmerzhaft abging: Er fungiert als Verbindungsglied zwischen Abwehr und Angriff, scheut keinen Meter im Laufspiel und glänzt mit seiner Passsicherheit. Auch bei Standards schlägt sich Leopold gut. Je nach gewählter Formation (als tiefer Spielmacher auf der Sechs oder Antreiber auf der Acht) wird Leopold wahrscheinlich ein neuer Fixpunkt im Zentrum sein.
Zentrales Mittelfeld: Philipp Sander (28) | Alternative: Neuzugang
Sander agierte in der Vorsaison häufig noch in der Dreierkette, könnte aufgrund der Systemumstellung jetzt aber seinen Platz im zentralen Mittelfeld finden. Sander besitzt ein exzellentes Raumgefühl, organisiert die Absicherung gegen den Ball und antizipiert gegnerische Passwege hervorragend. Er ist zudem ein heißer Kandidat für die Rolle des „12. Spielers“ von der Bank. Sollte sich der anbahnende Transfer von Zento Uno (22/Kapitän bei Shimizu S-Pulse) konkretisieren, stünde Polanski die benötigte, physische Kante auf der Sechs zur Verfügung. Sobald Uno akklimatisiert ist, dürfte er – gerade gegen spielstarke Teams im tiefen Block – in die Startelf drängen, was Sander wiederum zur flexiblen Option fürs Rotationskarussell macht.
Zentrales/Offensives Mittelfeld: Jens Castrop (22)
Castrop musste im vergangenen Jahr unter Polanski mangels Kader-Alternativen oft auf den Außenbahnen aushelfen. Auf seiner absoluten Idealposition im zentralen Mittelfeld soll der 22-Jährige nun intern als Rocco-Reitz-Nachfolger aufgebaut werden. Castrop bringt im Vergleich zu Sander deutlich mehr Tempo, Tiefenläufe und Unbekümmertheit mit. Er holt sich die Bälle tief ab und schaltet gedankenschnell auf Angriff. Wenn er jetzt noch seine hitzköpfigen, ungestümen Aktionen (zwei Rote Karten in der Vorsaison) abstellt, ist der aggressive Mittelfeldmotor einer der ganz großen Gladbacher Lichtblicke.
Offensive: Spektakel über die Flügel?
Rechter Flügel: Wael Mohya (17) | Alternative: Franck Honorat (29)
Das 17-jährige Fohlen-Juwel ist der absolute Shootingstar am Niederrhein. Nachdem er im zweiten Saisonteil bereits sechs Startelfeinsätze verbuchen durfte, muss Gladbach im neuen Jahr schon aus wirtschaftlichen Gründen voll auf den hochveranlagten Youngster setzen. Seine Entwicklung darf keinesfalls blockiert werden, weshalb er bei uns den Vorzug auf dem rechten Flügel erhält. Das liegt auch daran, dass Honorat nach einer enttäuschenden Saison als Verkaufskandidat gilt. Sollte ein Abgang scheitern und Honorat im neuen System zu alter Stärke finden, ist er natürlich dennoch weiterhin ein Stammelf-Kandidat – dafür war er in den vergangenen Jahren insgesamt zu wichtig. Die Tendenz geht aktuell aber in Richtung Wachablösung durch Mohya.
Linker Flügel: Robin Hack (27) | Alternative: Hugo Bolin (22)
Genau wie Kleindienst wurde auch Unterschiedsspieler Hack in der vergangenen Saison verletzungsbedingt schmerzhaft vermisst – mit ein Hauptgrund für den schwachen Auftritt der Borussia. Ist Hack fit, gibt es auf dem linken Flügel überhaupt keine Diskussionen: Er ist ein Gamechanger und belebt das Polanski-System im Alleingang. Als Backup haben die Fohlen zudem Bolin in der Hinterhand, der bei seinen Einsätzen bereits vielversprechende Ansätze zeigen konnte. Wir zeigen ihn bewusst in der Top-Elf hinter Hack an, da dieser in der Vorsaison so lange ausgefallen war. Auch ein alternativloser Hack wäre denkbar gewesen.
Stoßstürmer: Tim Kleindienst (30)
Im Sturmzentrum führt absolut kein Weg am Nationalstürmer vorbei. Kleindienst verpasste die abgelaufene Spielzeit fast komplett aufgrund von schweren Knieverletzungen, kann nun aber die gesamte Sommer-Vorbereitung voll durchziehen. Präsentiert sich der Routinier zum Saisonstart körperlich bei 100 Prozent, ist er als boxstarker, extrem torgefährlicher Zielspieler der absolute Fixpunkt im Angriff.
Fazit
Nach einem sportlich extrem komplizierten Jahr – von Vereinspräsident Rainer Bonhof unmissverständlich als „Scheiß-Jahr“ betitelt – steht am Niederrhein ein echter Kulturwandel an. Cheftrainer Polanski bleibt zwar im Amt, doch Sportchef Schröder stellte klar: Ein „Weiter so“ wird es nicht geben. Die Fünferkette wird komplett eingemottet, stattdessen verordnet die Führung eine Rückkehr zur mutigeren Vereins-DNA im 4-2-3-1 oder 4-3-3. Unabhängig von der Formation muss Polanski vor allem an den Grundtugenden ansetzen. Gladbach wirkte in der abgelaufenen Saison schlicht nicht widerstandsfähig genug, spulte zu wenig Kilometer ab und gewann deutlich zu wenige Zweikämpfe. Das soll und muss sich jetzt durch die Neuausrichtung des Kaders ändern.
Eine Baustelle droht der Borussia allerdings noch im Tor: Die Zukunft von Nicolas ist aufgrund seiner Ausstiegsklausel völlig offen. Sollte er gehen, muss Schröder auf dem Transfermarkt wohl eine neue Nummer eins finden – mit dem erfahrenen Batz als verlässlichem Backup hat man sich aber immerhin schon einmal gut abgesichert.
Abseits des Tores machen die Kader-Verschiebungen jedoch Mut: Auf den Außenbahnen bringen die Neuzugänge Konoplya und Herold deutlich mehr Power und Physis auf den Platz – ein guter Move für das neue System. Im Zentrum stößt mit Leopold ein Mittelfeldspieler zum Team, der als tiefer Spielmacher genau das fehlende Verbindungsglied zwischen Abwehr und Angriff werden könnte.
Die größten Hoffnungen ruhen derweil auf der Offensive: Wenn die beiden Unterschiedsspieler Hack und Kleindienst nach ihren Verletzungssorgen voll einschlagen, sorgt das für einen massiven Qualitätsanstieg im Angriff. In diesem Setting findet dann auch Super-Talent Mohya die perfekten Bedingungen vor, um weiter zu reifen. Das Fundament für eine weitaus erfolgreichere Saison ist gelegt.
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Uns ist zum Schluss aber wichtig zu betonen: Was wir hier aufschreiben, ist nicht in Stein gemeißelt, sondern die perfekte Grundlage für den Austausch mit euch. Die beste Prognose entsteht bei LigaInsider immer im Zusammenspiel zwischen Redaktion und Community. Wir haben eure Meinungen und euer Feedback permanent auf dem Schirm und lassen eure Argumente ganz bewusst in unsere Prognosen mit einfließen. Daher seid jetzt ihr gefragt: Wie seht ihr die neue Fohlenelf? Schreibt uns eure Meinung und eure Aufstellungsvarianten gerne unten in die Kommentare!
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Top-Elf-Prognose: 1. FSV Mainz 05 im Check
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Tiago Pereira wird die Nr. 1, Batz 2, Sippel 3, Olschowsky wird ausgeliehen oder direkt verkauft. Nicolas wechselt für fixe 15 Mio zu Aston Villa. Deswegen kommen die auch zur Saisoneröffnung zum Freundschaftsspiel.
Klappt das mit Tiago Pereira nicht, hat man mit Batz einen starken Ersatz.
Das ist wünschenswert aber Quatsch. Thiago wird behutsam aufgebaut. Wenn Nicolas wechselt, was ich denke, dann wird Batz spielen und Olschowsky als Nr. 2, Thiago wird ausgeliehen und muss sich beweisen
Warum sollte das Quatsch sein? Den jungen reinschmeißen und dann schauen. Kann mit 19 genauso versagen wie mit 25 oder 33! Ter Stegen hat wann sein erstes Spiel gehabt und war wie alt?
Das ist Wunschdenken und hat nichts mit der Realität zu tun. Cardoso ist ein gutes Talent, aber selbst Olschowsky ist noch eine Klasse besser. Batz ist erfahren und hat gute Leistungen gebracht. In 2-3 Jahren kann man das Experiment machen, aber doch nicht jetzt wenn man gar keine Not hat
Ich kann dieses "behutsam aufbauen" nicht mehr lesen.... entweser die Jungs taugen was, wie MATS damals oder halt nicht....
Geile Artikel macht echt bock zu lesen!
Finde die top elf Prognosen gut als Einstieg in die neue Saison. Als Audiodatei/ Podcast wäre das noch idealer👍
Da ist man als Borussia Fan d'accord!
Einzig Mohya/Honorat sehe ich noch nicht so wie ihr. Honorat wird Platzhirsch bleiben, sofern er nicht wechselt. Zu teuer im Gehalt um den auf die Bank zu setzen.
Es ist fast schade, dass ein Bolin hinter Hack sitzt.. den würde ich gerne oft sehen, wenn er jetzt die Vorbereitung mitmacht und sich mittlerweile hoffentlich eingelebt hat.
Sander sehe ich ehrlich gesagt nicht mehr in der Startelf. Er hat seine Fähigkeiten in der Organisation und ist auch zweikampfstark, aber er wirkt doch eher behäbig und wenig antrittsschnell. Ich würde mir eher eine Doppelsechs mit Leopold und Castrop wünschen.
Leopold, wie ihr schreibt, als tiefer Spielmacher, der auch mal einen langen Ball spielen kann.
Castrop als aggressiver Balleroberer und Umschaltspieler.
Dann könnte vielleicht Mohya auf die 10 und Honorat rechts spielen.
Ansonsten hoffe ich sehr, dass Nicolas bleibt! Hat sich sehr sehr gut entwickelt.
Leider nominiert Nagelsmann ja nur seine "Spezis". Spieler von kleineren Vereinen haben kaum eine Chance, wenn er sie nicht kennt!
Riecht nach Abstiegskampf
Klar, ist durchaus möglich!
Einige sagen "Kaufste zweite Liga kriegste zweite Liga"!
Ich denke es hängt wirklich vom Spielstil ab, den Polanski spielen lässt.
Ich sehe die Stärken in der Offensive und dann sollte man auch offensiv spielen.
Borussen Fans sind ja selten mit Offensivfussball verwöhnt worden.
gab schon jahre da klang es mehr nach Abstiegskampf mmn