SC Paderborn 07 | 1. Bundesliga

Top-Elf-Prog­no­se: SC Paderborn 07 im Check

09.06.2026 - 17:01 Uhr Gemeldet von: Bennet Stark | Autor: Bennet Stark

Während hinter den Kulissen die Kaderplanungen für die neue Spielzeit auf Hochtouren laufen, halten wir euch auf LigaInsider wie gewohnt mit unseren prognostizierten Top-Elf-Aufstellungen der Bundesligisten auf dem Laufenden.

Das Prinzip unserer Prognosen bleibt dabei unverändert: Wir zeigen euch die aus unserer Sicht beste Formation eines Klubs – grundsätzlich unabhängig von körperlichen Blessuren. Nur wenn ein verletzter Spieler voraussichtlich mehr als die komplette Hinrunde verpasst, könnte es gut sein, dass wir ihn für die Top-Elf nicht berücksichtigen.

Da sich auf dem Transfermarkt kontinuierlich etwas tut, versteht sich von selbst, dass es sich hierbei um dynamische Prognosen handelt. Sobald es wichtige Kaderänderungen gibt, werden die Aufstellungen und die dazugehörigen Artikel fortlaufend aktualisiert.

SC Paderborn: Kompakterer Ansatz in der Bundesliga?


In diesem Check richten wir den Fokus auf den frischgebackenen Aufsteiger SC Paderborn 07. Nach dem dramatischen Relegations-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg wartet nun das Abenteuer Bundesliga – und womöglich mit ihm eine taktische Anpassung. In der Aufstiegssaison stand Trainer Ralf Kettemann für sehr modernen Ballbesitzfußball mit hohem spielerischem Anspruch und vielen „expected Goals“ aus dem laufenden Spiel. Dass die Ostwestfalen im Oberhaus jedoch pragmatischer agieren müssen, liegt auf der Hand.

Um in der Bundesliga die nötige Kompaktheit gegen den Ball zu garantieren, erwarten wir beim SCP häufiger den Wechsel vom offensiveren 3-4-3 hin zu einem stabileren 3-5-2-System. Der offensive Mittelfeldspieler (wie Neuzugang Đurić) könnte dabei aus der vordersten Linie ein Stück zurückrücken, um das Zentrum zu verdichten, ohne dass Kettemann seinen mutigen, lösungsorientierten Ansatz komplett über Bord werfen muss.

Torwart: Die Suche nach dem Seimen-Erben


Top-Elf: Neuzugang | Alternative: Markus Schubert (27)
Auf der Torhüterposition steht der SCP vor einem echten Umbruch. Dennis Seimen, der als einer der absoluten Erfolgsgaranten der Aufstiegssaison glänzte, ist nach seiner Leihe vereinbarungsgemäß zum VfB Stuttgart zurückgekehrt. Sportchef Sebastian Lange rief zuletzt zwar medienwirksam einen „offenen Dreikampf“ zwischen Schubert, Talent Pruhs (20) und einem noch zu verpflichtenden Keeper aus – bei genauerer Betrachtung dürfte der Posten im Oberhaus aber wohl an ein neues Gesicht gehen. Pruhs fehlt schlicht die Profierfahrung, während Langes Anforderungsprofil klar auf „unfassbar hohe Qualität für die Bundesliga“ abzielt. Heißer Kandidat in der Gerüchteküche ist Ron-Thorben Hoffmann (27, Eintracht Braunschweig).

Ganz abschreiben sollte man Schubert aber keineswegs. Der frisch verlängerte 27-Jährige, der letzte Saison als Nummer zwei nur im Pokal randurfte, bringt die Erfahrung aus neun Bundesliga-Spielen (für Schalke) mit und ist im Team extrem beliebt. Lange betont: „Markus lebt den Paderborner Weg.“ Er wird ab dem Trainingsauftakt alles daran setzen, die Rolle als Nummer eins für sich zu beanspruchen. Vorerst planen wir hier dennoch mit einem Neuzugang.

Abwehr: Hoffmeier als interner Brackelmann-Ersatz?


Rechter Innenverteidiger: Tjark Scheller (24) | Alternative: Neuzugang
Der Abgang von Linksfuß Calvin Brackelmann zum FC Augsburg reißt eine gewaltige Lücke in die Paderborner Dreierkette – auch was das Verteidigen und Verwerten von Standardsituationen angeht. Hier bricht dem SCP ein 1,96-Meter-Hüne weg.

Auffangen soll dieses Defizit nun unter anderem Tjark Scheller. Der 24-Jährige knackte in der vergangenen Saison als einziger SCP-Verteidiger die Marke von 3.000 Einsatzminuten. Trotz gelegentlicher Flüchtigkeitsfehler agierte er in den entscheidenden Partien stabil. Da die physische Standard-Komponente von Brackelmann im Oberhaus jedoch schmerzlich vermisst werden dürfte, ist es möglich, dass der SCP hier noch einmal mit einer erfahrenen, kopfballstarken Option extern nachlegt.

Zentraler Innenverteidiger: Felix Götze (28)
Wenn er keine körperlichen Probleme hat, führt an dem Paderborner Kapitän kaum ein Weg vorbei. Zwar lief seine persönliche Premierensaison beim SCP noch ein Stück fehlerfreier ab als die abgelaufene Spielzeit, doch in Sachen Kampfgeist, Einsatzwille und Führungsqualität ist Götze das Fundament der SCP-Defensive. Weil ihn zum Saisonende Adduktorenprobleme plagten, musste er sich in der Relegation mit der Jokerrolle begnügen. In der Bundesliga ist der gebürtige Dortmunder im fitten Zustand aber wieder gesetzt.

Linker Innenverteidiger: Marcel Hoffmeier (26)
Er ist der gefühlte Neuzugang für die Bundesliga-Saison. „Hoffi“ war zu Beginn der vergangenen Spielzeit der wohl formstärkste Paderborner, ehe ihn im August ein Kreuzbandriss jäh stoppte. Nach monatelanger Reha kehrte der Defensivallrounder zu den Relegationsspielen zumindest schon wieder in den Kader zurück. Mit dem Ball am Fuß ist er der spielstärkste Verteidiger im gesamten SCP-Aufgebot – sowohl im Passspiel als auch beim mutigen Andribbeln aus der Kette heraus weiß er absolut zu überzeugen. Da Hoffmeier zudem beidfüßig agiert, planen wir ihn vorerst auf der linken Innenverteidiger-Position ein – und damit als positionsgetreuen Nachfolger von Brackelmann.

Schiene & Mittelfeld: Curda und Baur von Interessenten umworben


Rechte Schiene: Laurin Curda (24) | Alternative: Neuzugang
Der absolute Überflieger der Aufstiegssaison. Curda war mit 13,3 gewonnenen Duellen pro Partie der zweikampfstärkste Spieler des Unterhauses, feuerte intern die meisten Torschüsse ab (53) und krönte seine Fabel-Saison mit dem entscheidenden 2:1-Siegtreffer in der 100. Minute des entscheidenden Relegationsspiels gegen Wolfsburg. Bei einem Verbleib in Liga zwei wäre er sicherlich weg gewesen. Auch jetzt ist ein millionenschwerer Verkauf (innerhalb der Bundesliga oder nach England) noch nicht vom Tisch. Bleibt er, ist er der klare Stammspieler auf der rechten Schiene.

Defensives Mittelfeld: Santiago Castañeda (21)
Der US-Amerikaner mit kolumbianischen Wurzeln ist und bleibt der defensive Anker im Paderborner Dreier-Mittelfeld. Nachdem „Santi“ rund um den Jahreswechsel zeitweise ein Reservistendasein fristete, weil Trainer Kettemann mehr Offensivdrang und eine progressivere Spielweise forderte, zündete der 21-Jährige die nächste Entwicklungsstufe. Castañeda erinnerte sich an seine Jugendzeiten als Zehner, verinnerlichte Kettemanns Vorgaben und spielte sich fortan wieder auf der Sechs fest.

„Santi hat nun mehr den Gedanken nach vorne. Er braucht dies für seine Entwicklung“, lobte der Coach den Reifeprozess des defensiven Mittelfeldspielers, der sich auch über die Berufung in die US-amerikanische U21-Auswahl freuen durfte. Obwohl Castañeda im SCP-Spiel nun zielstrebiger nach vorne agiert, bleibt er der Stabilisator vor der Kette. Mit seiner Ballsicherheit, Balance und seinem Spirit ist der Rohdiamant im Bundesliga-Oberhaus gesetzt.

Zentrales Mittelfeld: Luka Đurić (22) | Alternative: Ruben Müller (20)
Für die kreativen Momente im Dreier-Mittelfeld könnte kommende Saison Đurić sorgen. Der Neuzugang war in der vergangenen Saison bei der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim einer der herausragenden Akteure der 3. Liga und durfte regelmäßig bei den Profis mittrainieren sowie sich auch in der Vorbereitung zeigen. Der Sprung in die Bundesliga ist zwar weiterhin groß, doch Đurić bringt ein enormes Potenzial mit. Er dürfte sich ein Duell mit Müller (20) liefern, welcher von Kettemann als „X-Faktor“ bezeichnet wurde. Er überzeugte nach seinem Wechsel (kam aus dem Freiburg-Nachwuchs) durch seine freche, unbekümmerte Spielweise und feierte unlängst sein Debüt in der deutschen U20-Nationalmannschaft. Für die Rolle auf der Acht rechnen wir Stand heute aber Đurić die besten Chancen aus.

Zentrales Mittelfeld: Mika Baur (21) | Alternative: Neuzugang
Neben Curda die wohl größte positive Überraschung an der Pader. Nachdem Baur zunächst eine Nebenrolle spielte und in der Rückrunde 2024/25 gar verliehen wurde, startete er unter Kettemann auf der ungewohnten Sechser- bzw. Achterposition durch. Der 21-Jährige spulte mannschaftsintern die meisten Kilometer ab, war der Dreh- und Angelpunkt im Paderborner Spiel und steuerte starke zehn Scorerpunkte (vier Tore, sechs Vorlagen) bei. Belohnung: Das Debüt in der deutschen U21-Nationalmannschaft. Kann der SCP den omnipräsenten Mittelfeldmotor trotz zahlungskräftigerer Interessenten halten, ist er als verbindendes Glied im Zentrum unverzichtbar.

Linke Schiene: Raphael Obermair (30)
Nachdem dem Vizekapitän letztes Jahr ein Wechsel zum 1. FC Köln verwehrt geblieben war, zählte Obermair in der vergangenen Saison mit neun Scorern (zwei Tore, sieben Vorlagen) wieder zu den wichtigsten SCP-Akteuren. Bitter: Ein Achillessehnenanriss setzt ihn seit Mitte April außer Gefecht. Zum Start der Sommervorbereitung wird der frischgebackene philippinische Nationalspieler (Debüt im März) aber wieder fit erwartet. Paderborn besitzt dem Vernehmen nach eine Vertragsoption, die ihn auch in der kommenden Saison an den Klub bindet. Es ist schwer davon auszugehen, dass diese Option gezogen wird, wenn sie nicht ohnehin schon aktiviert wurde. Mit Obermair ist also in der Stammelf zu rechnen.

Angriff: Wer knipst im Oberhaus?


Stürmer: Neuzugang | Alternative: Stefano Marino (22)
Trotz des Aufstiegs ist die Sturmzentrale die größte Baustelle der Ostwestfalen. Denn dem SCP fehlt der klassische Knipser. Stefano Marino (22) legte zwar eine beachtliche Entwicklung hin (sechs Tore, zwei Vorlagen) und bringt die nötige Physis für die Bundesliga mit, für die Rolle als unumstrittene Nummer eins im Oberhaus dürfte es nach unserer Einschätzung aber noch nicht ganz reichen. Wir erwarten hier deswegen einen Neuzugang, der Paderborn bestenfalls die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor garantiert.

Stürmer: Filip Bilbija (26) | Alternative: Neuzugang
Mit 15 Saisontoren ballerte sich Bilbija im vergangenen Jahr souverän zur teaminternen Torjägerkrone – unvergessen bleibt sein phänomenaler Viererpack gegen Magdeburg sowie der eminent wichtige Ausgleichstreffer im Relegations-Rückspiel gegen Wolfsburg. Der 26-Jährige ist der Fixpunkt im Paderborner Angriffsspiel. Einziges dickes Fragezeichen: Setzt Bilbija seinen Bundesliga-Traum auch wirklich im SCP-Trikot um? Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung des auslaufenden Arbeitspapiers laufen auf Hochtouren. Bleibt er an der Pader, ist er im Sturm gesetzt. Sollte er den Verein verlassen, müsste der SCP auch hier extern nachlegen.

Fazit


Die größte Aufgabe für Trainer Kettemann wird es sein, die richtige Balance zwischen dem gewohnten Offensivgeist und dem in der Bundesliga geforderten Pragmatismus zu finden. Mit einem Switch zum kompakteren 3-5-2-System wäre möglicherweise ein erster Schritt zu mehr Stabilität im Oberhaus gemacht. Wir setzen in unserer Prognose zwar vorerst auf dieses kompaktere System, wollen das 3-4-3 für die Bundesliga aber keineswegs gänzlich ausschließen. Gut vorstellbar, dass die sportliche Führung auf dem Transfermarkt noch nach einem offensiven Tiefenläufer mit klaren Startelf-Ansprüchen fahndet, der mit seiner Schnelligkeit perfekt als Umschalt- und Konterwaffe für die dritte Position ganz vorne fungieren könnte.

Nach dem schmerzhaften Abgang von Seimen bleibt die Torhüterposition ein drängendes Thema. Ein erfahrener Nachfolger im Kasten ist für die Bundesliga eigentlich Pflicht, auch wenn sich Schubert berechtigte Hoffnungen machen darf. In der Defensive ist Hoffmeier nach seinem Kreuzbandriss der gefühlte interne Neuzugang, dennoch hinterlässt der Wechsel von Brackelmann eine Lücke, weshalb eine zusätzliche, kopfballstarke Abwehralternative weiterhin denkbar ist. Auf den Schienen ist der SCP mit Obermair und dem heiß umworbenen Curda sehr gut aufgestellt, sofern das Kraftpaket Curda gehalten werden kann.

Ähnliches Zittern herrscht bei Mittelfeldmotor Baur. Bleibt er, stünde mit ihm, Castañeda und Neuzugang Đurić eine spielerisch extrem spannende Schaltzentrale auf dem Platz. Mit einem Altersdurchschnitt von gerade einmal 21,3 Jahren wäre dieses Zentrum im Bundesliga-Vergleich allerdings extrem jung, weshalb hier womöglich noch ein Schuss zusätzliche Erfahrung für den Abstiegskampf benötigt wird.

In der Sturmspitze ruhen die Hoffnungen derweil auf einer Vertragsverlängerung von Topscorer Bilbija. Sollte der 15-Tore-Mann den Weg mitgehen, ist die Offensive ordentlich besetzt, wenngleich dem Kader für das Oberhaus ein echter, eiskalter Knipser im Zentrum immer noch gut zu Gesicht stehen würde. Gelingt es, die verbliebene Mannschaft zusammenzuhalten und punktuell noch zu verstärken, bringt der SCP genug Mut und Unbekümmertheit mit, um im Kampf um den Klassenerhalt für Überraschungen zu sorgen.

Wir freuen uns über eure Unterstützung


Wie immer gilt: Unsere Top-Elf ist kein starres Endergebnis, sondern der Startschuss für den Austausch mit euch. Eure Meinungen und Argumente helfen uns dabei, die Entwicklungen beim SCP noch besser einzuordnen – also diskutiert fleißig in den Kommentaren mit! Traut ihr zum Beispiel Schubert die Rolle als Nummer eins zu oder muss zwingend ein externer Keeper her? Und wie bewertet ihr die Chancen von Talenten wie Đurić in der Bundesliga?

Du kennst dich nicht nur bestens rund um den Verein aus, sondern analysierst das Geschehen auf dem Platz quasi auch rund um die Uhr? Dann melde dich gerne bei uns und bewirb dich als Experte unter folgender E-Mail: „experte@ligainsider.de“. Sollte es matchen, winkt dir ein Status-Upgrade in der App. Mit einem Vereinsbadge ausgestattet, könnten zum Beispiel Beiträge von dir direkt unter den Aufstellungen hervorgehoben werden.

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Quelle: LigaInsider